Blechmusik - Harmoniemusik - Blasorchester


zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts

Am 8. März 1953 konnte das Korps - auf den stolzen Bestand von siebzig Aktivmitgliedern angewachsen - das hundertjährige Bestehen feiern.

Die Umstellung der Stadtmusik auf Harmoniebesetzung 1953 - 1978
Die Zeiten nach dem 2. Weltkrieg mit ihren umwälzenden technischen Entwicklungen auf dem Gebiet der Schallplatte, des Radios und des Fernsehens zwangen die Musikkorps zu vermehrten Anstrengungen. So begannen vereinzelt Vereinsmitglieder die musikalische Zukunft des Aarauer Korps, mit seinen bald fast 80 Blechbläsern, in Frage zu stellen. Auf derartige Äusserungen hellhörig gewor-den, stellte der Vereinspräsident Dr. Fritz Zinniker an einer Vorstandssitzung des Jahres 1959 die Frage des Ausbaues auf Harmoniebesetzung zur Diskussion. Eine Kommission musste die verschiedenen Aspekte abklären, und 1960 hiess die Generalversammlung den vorsichtigen Antrag gut, etappenweise auf eine Metallharmonie (nicht voll ausgebaute Harmoniemusik) umzustellen, mit einer ersten Phase von bloss 2 bis 3 Metallklarinetten. Alle Bemühungen, Bläser zu finden, blieben aber erfolglos. Erst 1961 liess sich ein junger Klarinettist gewinnen, 1964 ein zweiter und ein Jahr darauf ein dritter, die aber alle ihren persönlichen Holzinstrumenten den Vorzug vor den vereinseigenen Metallklarinetten gaben. Sogar ein Saxophonist kam hinzu. Den entscheidenden Impuls brachte erst die Zeit nach dem Eidgenössischen Musikfest 1966 in Aarau. Ein Blechbläser lernte auf das Flötenspiel um. Man erkannte die Notwendigkeit, durch tatkräftiges Vorgehen langfristig eine Harmoniemusik aufzubauen. Die Generalversammlung vom 20. April 1967 stimmte dem Antrag des Vorstandes zu, die Besetzung durch Erweiterung des Klarinettenregisters zu verfeinern, 1 bis 2 Flöten inkl. Piccolo sowie 3 bis 5 Saxophone zu besetzen und eine vereinseigene Klarinettenschule unter der Leitung des ersten Klarinettisten Andreas Bernhard einzuführen. Der Unterricht begann auf den angeschafften Übungsinstrumenten schon zwei Monate später im Keller des Pestalozzischulhauses. Es nahmen daran auch drei bisherige Blechbläser teil. 1969 begannen alle dies Anstrengungen Früchte zu tragen. Der Vereinsbeschluss von 1967 erlaubte zwar auch Damen die Mitwirkung im Korps, die aber jeweils nicht von langer Dauer war. Der Verein blieb eine Domäne der Männer. Das Jahresfest- und zugleich Abschiedskonzert wird zu einer erhebenden Feierstunde für Hans Ritzmann, der das Wirken der Stadtmusik über drei Jahrzehnte lang allseits nachhaltig geprägt hat. Am 3. März 1969 übernimmt sein Nachfolger, Walter Spieler, Adj Uof Aarau, die Leitung des Korps. Der schöne Erfolg der erstmals als Harmonieformation an einem „Eidgenössischen“ (Luzern 1971) angetretenen Aarauer Stadtmusik bestätigte die Richtigkeit der eingeleiteten Entwicklung und die folgenden Jahre haben einen langsamen, aber stetigen Weiterausbau gebracht.

Das Blasorchester Stadtmusik Aarau 1978 - 2003
Nach dem Jahresfestkonzert 1978 tritt Dirigent Walter Spieler aus gesundheit-lichen Gründen zurück. Vizedirigent Charles Gloor leitet das Korps bis Mitte August Paul Steinmann mit 31 Jahren als bisher jüngster Stadtmusik das Korps übernimmt. unter seiner ausgezeichneten Leitung entwickelt sich der Verein zu einem Harmonieverein mit Spitzenresultaten. Das Korps wächst 1980 auf 70 Aktivmitglieder an. 1983 erringt die Stadtmusik am kantonalen Musikfest in Baden den 1. Rang in der 1. Klasse. Am Musikfest in Winterthur erreichte der Verein insgesamt 348 Punkte für Selbstwahl- und Aufgabenstück. In diese erfolgreiche Zeit fällt 1990 die Verleihung des ersten Kulturpreises des Schweizerischen Bank-vereins mit Fr. 10‘000.00. 1991 konnte die Renovation der historischen Uniform sowie eine Teil-Neuinstrumentierung erfolgen, dies dank eines namhaften Betrags der Stadt Aarau. Dank dem ausgezeichneten musikalischen Ruf durfte die Stadt-musik an den verschiedensten Grossanlässen im In- und Ausland teilnehmen. Mit der Wahl von Robert Grob im Jahr 1994 als Nachfolger von Rolf Stirnemann erfreute die Stadtmusik die Öffentlichkeit mit neuen, populären Melodien und einem modernen Unterhaltungssound. Der Mitgliederbestand pendelte sich bei 55 Aktivmitgliedern ein. Mit der Reisen nach Dijon 1996 und der Teilnahme an der Expo in Hannover im Jahr 2000 durfte der Verein unvergessliche Augenblicke geniessen. Im Jahr 2003 konnte der Verein im Rahmen des 150-jährigen Bestehens der Stadtmusik die neue elegante dunkelblaue Konzertuniform präsentieren.
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